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Corona trifft die Fitnessbranche hart, doch inmitten der Krise entsteht auch etwas Neues: Jo Braun vertraut auf ihr Hero-Mindset und setzt trotz Corona weiter auf Wachstum. Sie ist Urban Heroes-Gründerin, Vollblutunternehmerin und eine absolute Powerfrau – Im enomyc Podcast spricht sie mit uns über ihre Gründungsphase, wie sie das Konzept von HIIT Training erfolgreich nach Deutschland gebracht hat und den Begriff „Boutique Fitness“ als eine der Ersten in Deutschland etabliert hat.

enomyc begleitet das Hamburger Startup seit fast vier Jahren: Wie haben unsere Urban Heroes erfolgreich den Lockdown überstanden? Wie gehen sie mit den Hygieneverordnungen um? Warum ist jetzt die Zeit für einen neuen Hub in Frankfurt? Was ist das Urban Heroes Erfolgsgeheimnis und was können wir davon lernen?

Jo, du als Urban Heros Gründerin – Denkst du beim Training an Business oder schaltest du komplett ab?

Das ist eine sehr gute Frage: Ich muss gestehen, dass ich beim Training stets auch das Business im Blick habe. Selbst beim HIIT in unserer Red Zone muss ich mich zusammenreißen, nicht mitten in der Session zur Studioleitung zu laufen, um neue Ideen zu besprechen oder etwas zu optimieren. In anderen Fitnessstudios achte ich automatisch drauf, wie viele Trainer vor Ort sind, wie die Wechsel zwischen den Sessions ablaufen, wie gut das Hygienekonzept ist – Das ist wie eine innere Stimme, das kann ich nicht abstellen.

Das Konzept von Urban Heroes ist sehr einzigartig. Was ist das Besondere daran, was macht das Konzept aus?
Urban Heroes ist eine Fitness Boutique und damit komplett anders aufgebaut als ein klassisches Fitnessstudio in Deutschland. Wir nennen uns „Antigym“: Das Konzept bietet 5er, 10er oder 20er Karten und verzichtet auf starre Mitgliedschaften. Unsere Kunden trainieren genau dann, wenn sie es wollen und nicht, weil sie an einen Vertrag von 12 oder 24 Monaten Laufzeit gebunden sind. Im Umkehrschluss bedeutet das für Urban Heroes, stets die besten Trainer, fordernde Sessions und einen perfekten Service zu liefern. Daher gehören zum Training auch Handtücher, Duschbad, Shampoo und ein Shake – es ist alles da, damit unsere Kunden sich maximal wohlfühlen und wiederkommen möchten. Fitness Boutiquen sind also extrem kundenorientiert.
Eine weitere Besonderheit ist die Effektivität des Trainings. Du verbrennst bei uns bis zu 1000 Kalorien pro Session. Wir schaffen eine Atmosphäre, in der du dich aus deiner Komfortzone bewegst. Mit Musik, durch super motivierende Trainer und die Kombination von Ausdauer- mit Krafttraining. Und wir achten bei Urban Heroes sehr auf das Design: Unser neues Studio in Frankfurt wirkt beinahe wie ein Boutique Hotel und wurde für die einzigartige Atmosphäre mit einem Design Award ausgezeichnet.

Was macht die Ausbildung eurer Trainer so besonders – Wie triggern sie beim Training eure Kunden zu Höchstleistungen?
Wir investieren wie klassische Fitnessstudios natürlich in die Geräte, aber weitaus mehr investieren wir in unsere Trainer. Wir arbeiten mit Trainern, die nicht nur talentiert, sondern auch sehr begeisterungsfähig sind. Das sind meist Personal Trainer, denen wir unser Konzept mit Fokus auf Ausdauer und Kraft beibringen. In den Trainings kombinieren wir dafür Laufbänder mit HIT Benches und damit kardiovaskuläres Training mit gezieltem Krafttraining. Unsere Trainer sind neben ihrem Know-how und ihrer Erfahrung oft auch DJs und sehr passioniert darin, andere Menschen an ihre Grenzen zu pushen. Es sind also Multitasker, die maximal motivieren.

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Das Konzept von Urban Heroes ist sehr spitz zugeschnitten – Wen sprecht ihr damit an? Wer ist eure Zielgruppe?
Unsere Kunden mögen Herausforderungen. Sie schätzen die Kürze des Trainings, in der sie das Maximale aus sich herausholen. Sie wollen motiviert werden und schätzen unseren Premiumservice – Nach dem Sport geht es zum nächsten Termin, ohne voluminöse Sporttasche voll mit nassen Handtüchern. Unsere Kernzielgruppe ist etwa zwischen Ende 20 und Mitte 50. Geschäftsleute, Berater oder Banker, aber im Grunde eigentlich jeder von Every Walk of Life sozusagen. Was unsere Kunden verbindet ist ein besonderer Spirit, dieses sich pushen oder aus der Komfortzone gehen. Das schweißt im wahrsten Sinne des Wortes zusammen.

Stimmt, das spüre ich beim Betreten eures Hubs! Diese Energie, die einen sofort aus dem Alltag oder dem Stress rein in dieses besondere Erlebnis zieht. Woher kam deine Motivation für Urban Heroes? Was hat dich auf die Idee gebracht?
Ich bin passionierte Sportlerin und war in meiner Jugend im Leistungsturnen aktiv. So habe ich früh gelernt, meine hyperaktive Art und meine Energie gezielt zu kanalisieren. Das Training war sehr anspruchsvoll. Ich musste immer wieder aus meiner Komfortzone, was mich gleichzeitig maximal motivierte und mir viel Selbstbewusstsein im Umgang mit mir und meinem Körper gab. Davon profitiere ich jetzt als Unternehmerin. Als ich anfing zu arbeiten, war ich jedoch zunächst frustriert – alle gingen zum Ausgleich in ein Fitnessstudio, ich also auch. In der Sauna war ich entspannt, auf dem Stepper juckelte ich allerdings halbmotiviert vor mich hin. Ich habe mich weder fitter noch maximal wohl gefühlt. Meine spärliche Freizeit habe ich also lieber mit Freunden verbracht. Zufällig stieß ich in der USA und auch in England auf ganz andere Fitnesskonzepte und war begeistert. Der Markt ist uns gefühlt fünf bis sechs Jahre voraus. Ich spürte das berauschende Erlebnis und war motiviert, eine ähnliche Erlebniswelt hier für Deutschland zu schaffen, die mehr unserem Zeitgeist entspricht. Nachdem ich unzählige Konzepte analysiert und getestet hatte, entwickelte sich daraus Urban Heroes.

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Hast du als Gründerin einen Tipp an potenzielle Unternehmerinnen, die im Begriff sind, diesen Schritt zu wagen?
Generell den Mut zu gründen! Es ist natürlich eine sehr herausfordernde Reise, aber die ist es wert. Zumindest aus meiner Erfahrung kann ich empfehlen, sich mehr zuzutrauen. Ich glaube, wir Frauen tendieren immer noch oft dazu, an unseren Fähigkeiten zu zweifeln. Wir verlassen uns vielleicht sogar lieber auf einen starken Mann an unserer Seite. Dabei ist das gar nicht notwendig, denn unsere Stärke kommt ganz von allein von innen heraus. Wir müssen uns das nur selbst zutrauen.

Warum hast du dich als Gründerin eines Startups dazu entschieden, auf professionelle Beratungsleistungen zu setzen?
Auch beim Gründen durchläuft man verschiedene Phasen. Zu Beginn waren wir enthusiasmiert und surften wie auf einer Welle. Mit viel Leidenschaft aber auch Naivität. Ich kam nicht aus der Fitnessbranche und mit Eröffnung der ersten Fitness Boutique hier in Hamburg merkte ich, in Hinblick auf Unternehmertum und Business Management brauche ich Unterstützung. Vor dem Hintergrund lernten wir uns vor knapp vier Jahren kennen. Das war für mich zu jeder Phase ein großer Zugewinn. Von der anfänglichen Analyse, dem Festlegen unserer USPs und eindeutigen KPIs – Schnell war offensichtlich, was wir in den Bereichen Vertrieb und Finanzen, aber auch in der Personalführung und der Strategie optimieren müssen. Wie schule ich mein Team, arbeite mit KPIs und wie baue ich den Investoren Report auf? In welcher Regelmäßigkeit? Wie gestalte ich ein Controlling Tool, das zu uns passt und von den Mitarbeitern gepflegt wird? Was ist jetzt in Hinblick auf Corona mit unserer geplanten Expansion? Wieviel darf jede Expansion kosten? Wie schnell können wir überhaupt wachsen? – Da seid ihr essenziell als Sparringspartner! Vor allem mein persönliches Mentoring mit dir, Julia, schätze ich bis heute.

Vielen Dank für deine lieben Worte. Gerade mit unserem Schwerpunkt auf Restrukturierungen bereitet es uns viel Freude zu sehen, wie aus einer Idee und einem zarten Anfang ein erfolgreiches, profitables Business und damit eine starke Marke entstanden ist. Geführt durch eine Unternehmerin, die in dieser Zeit mehrfach über sich hinausgewachsen ist.

Die Corona-Pandemie ist dabei für Urban Heroes so wie für die gesamte Fitnessbranche eine besondere Herausforderung – Wie geht es euch mit Corona und wie hast du die letzten Monate als Unternehmerin erlebt?
Vor allem der Lockdown war ein Schock für uns alle. Mein Team hat wahnsinnig gut reagiert. Einen Tag vor dem Lockdown entschieden wir, zu schließen. Denn in unserer Branche ist uns die Gesundheit unserer Kunden am wichtigsten. Wir waren mit die Ersten, die einen Livestream anboten. Da wir auf Social Media von Beginn an sehr aktiv waren, hatten wir einen großen Vorteil. Und das war die einzige Möglichkeit, mit unseren Kunden in Kontakt zu bleiben, ihnen Mut zu machen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, unsere Sessions online kostenfrei anzubieten. Alle waren in einer Art Schockstarre und voller Unsicherheit. Unsere Trainings sollten unsere Kunden motivieren am Ball zu bleiben und zeigen, dass wir weiterhin für sie da sind. Die Kommentare unserer Teilnehmer auf Instagram, während der Live-Sessions, gaben aber auch unserem Team und mir viel positive Energie und Kraft. Dafür sind wir sehr dankbar.

Was nehmen eure Kunden aktuell beim Training im Studio an Hygienemaßnahmen wahr?
Wir haben uns intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt: Beim Betreten des Studios sind, wie überall, das Tragen des Mundschutzes und das Desinfizieren der Hände Pflicht. Generell sind an jeder Ecke Desinfektionsmaterialen präsent. Die Reinigungsmaßnahmen im gesamten Studio haben wir verdoppelt, die Anzahl der Trainingsplätze hingegen stark eingeschränkt, um den Sicherheitsabstand in der Red Zone im Trainingsraum zu gewährleisten. Außerdem haben wir noch einmal massiv in Geräte investiert, die z. B. im Trainingsraum die Luft desinfizieren wie in einem OP. Das ist uns sehr wichtig, denn die Kunden müssen unserem Hygienekonzept vertrauen, sich auf uns verlassen können.

Ihr habt euch ja tatsächlich mitten in der Expansion befunden, als Corona kam. Woher habt ihr den Mut genommen, inmitten des Lockdowns einen weiteren Standort zu eröffnen?
Ich sehe Krisen immer gerne als Chance. Wir haben daher beschlossen, die Zeit zu nutzen, maximal den Frankfurter Hub vorzubereiten und im Endeffekt schneller zu eröffnen als geplant. Die Menschen suchten während des Lockdowns Motivation im Sport. Uns war also klar, unsere Kunden brauchen uns mehr denn je. Warum gehen wir im Grunde genommen am Wochenende aus? Weil wir unter der Woche immer in irgendwelche Rollen schlüpfen und funktionieren. Wir möchten ein wenig Dampf ablassen, Stress abbauen, Durchatmen. Die Chance dazu haben wir seit Corona selten, außer eben im Sport. Und wir geben mit unserer neuen Fitness Boutique in Frankfurt noch einmal mehr die Möglichkeit, dies zu tun. In gesunder Form. Ein bisschen Fitness meets Berghain – diese Art zu trainieren und das, was das Training bei uns bewirkt, das wird auch nach Corona – oder gerade dadurch noch verstärkt – Nachfrage haben.

Was möchtest du gerne abschließend mit uns teilen??
Ganz klar: Alle, die Lust haben, mal aus ihrer Komfortzone gepusht zu werden, mit richtig coolen Beats und motivierenden Trainern bis zu 1000 Kalorien in einer Session zu verbrennen – Kommt zu uns!

Schlägt auch in dir ein Gründerherz oder befindest du dich mitten im Change-Prozess? Dann ist enomyc der starke Partner an deiner Seite und unterstützt mit viel Erfahrung und Motivation. Unseren Urban Heroes wünschen wir weiterhin maximale Erfolge. Vielen Dank für das Interview, Jo Braun!

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