‘Was haben Gründung und Restrukturierung gemeinsam’, mögen Sie sich jetzt fragen. Und was Start-ups mit Business Consulting? „Einiges”, findet unser Managing Consultant Jendrik Voß, „denn das Know-how erfahrener Restrukturierer kann vom Gründungsmoment an eine Geschäftsidee auf ein so solides Fundament setzen, dass sie sich nachhaltig rentiert und expandiert.” Erfahren Sie mehr über die vier Säulen, die einem Geschäftsmodell nachhaltig zu Erfolg verhelfen können.

 

Trial-and-Error: Bei all den Themen, die in der Startphase eines Unternehmens umgesetzt werden, unterlaufen auch Fehler. Das ist natürlich. Doch woran scheitern Start-ups eigentlich und welche Instrumente können den Erfolg eines Geschäftsmodells hingegen nachhaltig bestärken? Managing Consultant Jendrik Voß berichtet.


Woran scheitern Start-ups typischerweise?

Nur eines von zehn Start-ups übersteht die Gründungsphase und etabliert sich innerhalb von drei Jahren erfolgreich am Markt. Woran scheitern die übrigen 90 Prozent? „No Market Need“ lautet der erste von 20 Gründen, den die Studie CB Insights 2019 listet – dicht gefolgt von „Ran out of Cash“ und „Not the right team“, um nur die ersten drei Gründe zu nennen. Als leistungswirtschaftliche Beratung widmen wir uns in diesem Beitrag insbesondere dem zweiten Grund:

„Ran out of Cash“: Die Wichtigkeit der Finanzplanung

Bei all der Euphorie ob der guten Idee, die nun in die Tat umgesetzt werden soll: Betriebswirtschaftliche Basics sollten erfahrungsgemäß schon direkt zu Beginn mit in die Steuerungstools des jungen Unternehmens implementiert werden. So kann die Grundlage für ein langjährig erfolgreiches Geschäft gelegt werden. Die so geschaffene Transparenz ist mitentscheidend für den Erfolg oder das Scheitern eines jungen Unternehmens.

Dennoch: Die Finanzplanung und das daraus entstehende Controlling werden oft in der Startphase vernachlässigt. Und das, obwohl – so die Umfrageergebnisse des „Deutscher Startup Monitor – Innovation statt Krise“ – zwei Drittel der 2.000 befragten Start-ups angaben, die Entwicklung eines profitablen Geschäftes sei ihnen „wichtig bis sehr wichtig“.

Finanzthemen müssen dabei nicht sperrig sein oder vom eigentlichen Tagesgeschäft abhalten. Das zeigt unsere Erfahrung sehr deutlich – auch, wie sinnvoll es ist, sich als Gründer:in folgende drei Leitfragen rund um das Thema Finanzen von vornherein zu stellen:

  1. Wann und wie erreiche ich die Gewinnschwelle (Break-even-Point) mit meinem Geschäftsmodell?
  2. Wie stelle ich sicher, dass Ressourcen gezielt eingesetzt werden und der Businessplan stringent umgesetzt wird?
  3. Wie kann ich in den ersten, teils turbulenten Start-up-Monaten den Überblick behalten und die Kostenverursacher oder auch Cash-Cows identifizieren? 

Vom Businessplan zum operativen Controlling

Von der Entwicklung eines Businessplans bis zum funktionierenden Controlling: Welche Stellhebel offenbaren das vollumfängliche Bild auf die Unternehmung und ihre Finanzen? Welche Komponenten können einen nachhaltigen Erfolg ausmachen – bis hin zur Expansion des Geschäftsmodells? Wir stellen Ihnen in der Folge vier Säulen vor, die sich in einem unserer Cases, einem erfolgreichen Hamburger Start-up, bewährt haben:

1.    Validierung der Businessplan-Entwicklung

Zu Beginn geht es primär darum, einen vollständigen Businessplan zu erstellen und dabei alle Vorstellungen – vor allem in einer integrierten Finanzplanung – zu berücksichtigen. Preismodelle, Auslastungssimulationen, Marketingpläne, Personalkalkulationen bis hin zum letztendlichen Finanzbedarf: Sämtliche Details der Unternehmung sollten in einen validen ganzheitlichen Plan überführt werden. Damit wird die Basis für eine objektivierte Beurteilung des Geschäftsmodells gelegt – inklusive der Ermittlung des Break-Even-Points, die auch Dritten vorgelegt werden kann. 

2.    Begleitung des Kapitalbeschaffungsprozesses

Der detaillierte Businessplan ist bei der Gewinnung von Investoren maßgeblich. Erst das Zusammenspiel von Zielen und Visionen, gestützt auf einer soliden Kalkulation, ermöglicht die Gewinnung von Finanzmitteln für das Projekt. Die daran anschließende Frage ist: Kann sichergestellt werden, dass die benötigten Mittel in der richtigen Höhe zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden können? Transparenz und Kommunikation spielen hierbei eine sehr wichtige Rolle und schaffen Vertrauen: Die Ergebnisse aus dem Monitoring zur Entwicklungsphase müssen den Investoren immer klar und regelmäßig mitgeteilt werden, was uns zur nächsten Säule führt: 

3.    Durchführung eines Investoren-Reportings

Investoren und Gründer müssen zu jeder Zeit auf demselben Informationsstand sein und mitverfolgen können, wie die Umsetzung des Businessplans fortschreitet. Wir raten dazu, gleich zu Beginn des Projekts ein straffes und aussagefähiges Informationspaket zu konzipieren. Über dieses können die Investoren unter anderem sicherstellen, dass die Ressourcen auch gezielt eingesetzt werden. Zusätzlich können selbst pressierende Entscheidungen schnell und sicher auf der Grundlage des Investorenberichts getroffen werden.

Wie wichtig das ist, zeigt uns die aktuelle Situation: Gerade die Corona-Krise führt uns vor Augen, dass Unternehmer und Investoren schnell, gleichzeitig aber auch durchdacht auf sich permanent verändernde Umstände reagieren müssen. Die Erkenntnisse aus der Studie „Deutscher Startup Monitor 2020” zeigen deutlich, dass auch Start-ups angesichts der derzeitigen Situation mit Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle und Kostenreduzierungen reagieren. Genau dies sind die Spezialgebiete in der eigentlichen Restrukturierung, die auch hier Anwendung finden. 

4.    Aufsetzen eines operativen Controllings

Auch abseits eines Investoren-Reportings entsteht schnell die Notwendigkeit für ein gutes kaufmännischen Berichtswesen: Mit zunehmender Mitarbeiter- und Kundenanzahl steigen auch die Herausforderungen, diese richtig zu steuern und optimal einzusetzen. Abhilfe schafft ein Tool zur Steuerung des Umsatzes auf Basis des Kassensystems. Diese Zahlen jedoch in Bezug zu den entstehenden variablen und fixen Kosten zu setzen, ist folgend die Maßgabe, um Kostenverursacher von Cash-Cows zu unterscheiden. Ein passgenau entwickeltes Controlling Tool sollte daher den Fokus auf eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung enthalten. Um fundierte Vergleiche zu ziehen, ist auch hier der Bogen zum Businessplan zu spannen. Ein taggenaues Tool zeigt in einem übersichtlichen Dashboard alle relevanten Kennzahlen an und ermöglicht so ein schnelles Gegensteuern bei sich abzeichnenden negativen Tendenzen.

Know-how und Struktur vom Gründungsmoment an

Ein vollumfängliches Bild auf das Geschäft und seine Finanzzahlen führt im besten Fall zu einem nachhaltigen Erfolg und zur Expansion des Geschäftsmodells.Zusammengefasst lauten unsere abschließenden Empfehlungen an alle aufstrebenden Entrepreneure:

Ein gut funktionierendes Controlling ist unerlässlich, um den aktuellen Herausforderungen rund um die Themen Kapitalbeschaffung, Cashflow, Liquidität und Liquiditätsplanung nachzukommen. Start-ups profitieren immens von den Instrumenten und dem Know-how, die versierte Restrukturierungsexperten bereits im Kontext der Krise anwenden.  

Weder Zeitmangel noch knappe Mittel sollten Sie davon abhalten, schon zur Startphase auf den richtigen Support zu setzen. Suchen Sie sich zum Gründungsmoment passgenaue Unterstützung und lassen Sie Ihren Erfolg nicht daran scheitern, dass eine gute Geschäftsidee betriebswirtschaftlich nicht optimal gesteuert wird.

Dieser Artikel wirft nur ein Schlaglicht auf den Gründungsprozess und einzelne Komponenten, die zum Erfolg eines jungen Unternehmens führen. Welche Themen beschäftigen Sie aktuell rund um Entrepreneurship? Lassen Sie uns diese gemeinsam durchdenken. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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