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Der Markt verlangt nach einer neuen Kategorie von Beratung
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Anfang Mai hat enomyc die Partnerschaft mit Ufenau Capital Partners bekanntgegeben. Das Ziel: der Aufbau einer führenden Beratungsplattform für Transformation und Restrukturierung – zunächst im deutschsprachigen Raum, perspektivisch mit internationaler Reichweite. Im Interview erläutert Julia Hammer, Geschäftsführerin der enomyc Gruppenholding, warum der Markt jetzt nach neuen Beratungsmodellen verlangt, welche Rolle Ufenau in der nächsten Entwicklungsphase spielt und wie enomyc Wachstum, Unternehmertum und Plattformfähigkeit verbindet.

Frau Hammer, enomyc hat sich in den vergangenen 23 Jahren zu einer der führenden Transformations- und Restrukturierungsberatungen für den Mittelstand entwickelt. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten strategischen Schritt?

Weil sich unser Markt strukturell verändert. Restrukturierung und Transformation sind keine temporären Krisenthemen mehr. Unternehmen stehen heute gleichzeitig unter finanziellem Druck, geopolitischer Unsicherheit, technologischer Disruption, steigenden Kosten, Fachkräftemangel und den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Geschäftsmodelle und Wertschöpfung.

In der Praxis berühren solche Mandate meist mehrere Dimensionen zugleich: Restrukturierung, Finanzierung, operative Performance, M&A-Optionen, Stakeholder-Management und Umsetzung. Unternehmen brauchen keinen Spezialisten für ein Einzelproblem, sondern einen Partner, der komplexe Unternehmenssituationen ganzheitlich steuern und bis in die Umsetzung begleiten kann. Genau daraus entsteht eine neue Marktlogik. Die Nachfrage verschiebt sich von punktueller Beratung hin zu integrierten End-to-End-Lösungen.

enomyc ist in den vergangenen Jahren sehr dynamisch aus eigener Stärke gewachsen. Gleichzeitig war klar: Wenn wir die nächste Entwicklungsphase konsequent gestalten wollen, reicht rein organisches Wachstum nicht aus. Deswegen haben wir uns gefragt: Wollen wir weiter sehr erfolgreich bleiben, wie wir sind oder wollen wir die Chance nutzen, die sich durch diese Marktveränderung bietet, und die nächste Wachstumsphase initiieren? Wir haben uns bewusst für Letzteres entschieden.

Was meinen Sie mit der „nächsten Wachstumsphase“?

Der Beratungsmarkt ist heute stark polarisiert. Auf der einen Seite stehen große internationale Beratungshäuser mit Skalierung, Reichweite und breiten Ressourcen. Auf der anderen Seite spezialisierte Beratungshäuser wie enomyc, mit hoher Fachlichkeit und großer Kundennähe.

Dazwischen klafft eine Lücke – und genau da wollen wir uns positionieren.

Das heißt, Sie wollen die Vorteile beider Beratungswelten verbinden?

Genau. Gerade mittelständische Unternehmen im Mid- und Large-Cap-Segment erwarten heute beides: unternehmerische Nähe, Geschwindigkeit und Verantwortungsübernahme – aber gleichzeitig die Leistungsfähigkeit, Spezialisierung und Kapazität größerer Organisationen. Diese Kombination existiert in der Form im deutschsprachigen Restrukturierungsmarkt bislang nicht. Unsere Ambition ist es, genau diese neue Kategorie im Beratungsmarkt zu schaffen und zu besetzen.

Warum ist dafür ein Partner wie Ufenau Capital Partners entscheidend?

Weil eine solche Plattform nicht durch ein paar zusätzliche Einstellungen entsteht. Dafür braucht es neben Kapital vor allem Erfahrung im Aufbau skalierbarer Unternehmensgruppen: klare Governance, Integrationsfähigkeit, Buy-and-Build-Kompetenz und ein Verständnis dafür, wie man unternehmerische Organisationen weiterentwickelt, ohne ihre DNA zu verlieren.

Ufenau bringt genau diese Erfahrung mit – insbesondere im Dienstleistungssektor. Für uns war entscheidend, dass wir keinen rein finanzgetriebenen Partner gesucht haben, sondern einen Sparringspartner für die nächste Entwicklungsphase. Ufenau versteht, dass der Wert von enomyc in der Verbindung aus starker Marktposition, belastbaren Strukturen und unternehmerischer Kultur liegt – und in der Fähigkeit, anspruchsvolle Mandate mit hoher Qualität und persönlicher Verantwortung umzusetzen.

Was verändert sich dadurch konkret für Ihre Kunden?

Für unsere Kunden bleibt das Wesentliche bestehen: die Nähe zum Unternehmen, die persönliche Verantwortung im Mandat und unser hoher Umsetzungsanspruch. Gleichzeitig erweitern wir deutlich, was wir leisten können. Kunden profitieren künftig von mehr Kapazität, tieferer Spezialisierung und einem breiteren Leistungsangebot. Viele Veränderungssituationen lassen sich heute nicht mehr isoliert betrachten. Von der Analyse über Restrukturierung, Finanzierung, operative Performance, M&A-Optionen und Stakeholder-Management bis hin zur Umsetzung.

Mit der Plattform können wir diese Themen stärker integriert bearbeiten – ohne dass der Kunde die persönliche Verantwortlichkeit verliert, die enomyc auszeichnet. Das erhöht Geschwindigkeit, Konsistenz und Wirkung. Auch Banken, Finanzierer und Investoren erhalten einen Partner mit größerer Leistungsfähigkeit, belastbarer Expertise und direktem Zugang zu unternehmerisch verantwortlichen Entscheidungsträgern.

Welche Rolle spielt der Mittelstand in dieser Plattformstrategie?

Unser klarer Schwerpunkt liegt im gehobenen Mittelstand. Das ist keine Übergangsphase, sondern eine bewusste strategische Entscheidung. Gerade in diesem Segment sehen wir den größten Bedarf: Viele Unternehmen sind zu komplex für klassische Einzelthemenberatung, aber nicht immer im Fokus großer internationaler Beratungshäuser.

Diese Unternehmen brauchen einen Partner, der ihre Sprache spricht, ihre Entscheidungslogik versteht und gleichzeitig die Fähigkeit besitzt, anspruchsvolle Transformations- und Restrukturierungsprogramme professionell zu orchestrieren. Genau dort sind wir positioniert.

Sie sprechen von einer Plattform. Geht es dabei vor allem um Größe?

Nein. Größe allein schafft keine Wirkung. Wachstum ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob wir dadurch strategische Relevanz, Umsetzungskraft und internationale Anschlussfähigkeit für unsere Kunden erhöhen.

Unsere Plattform folgt einem klaren Fokus: Restrukturierungs- und Transformationsberatung für den gehobenen Mittelstand. Sie stärkt unser bestehendes Leistungsversprechen gezielt – durch gemeinsame Qualitätsstandards, komplementäre Kompetenzen, tiefere Branchenexpertise, bessere regionale Abdeckung, attraktive Entwicklungsperspektiven für Talente und Partner sowie die Fähigkeit, komplexere Mandate aus einer integrierten Logik heraus zu führen.

Skalierung darf Unternehmertum nicht ersetzen. Sie muss es gerade in komplexeren Mandaten wirksamer machen.

Ein wichtiger Teil der Strategie ist die Integration weiterer Teams und Beratungen. Worauf achten Sie dabei?

Fachliche Exzellenz und belastbarer Marktzugang sind die Voraussetzungen. Wir achten zudem auf unternehmerisches Denken, kulturelle Anschlussfähigkeit, hohe Qualitätsansprüche und die Bereitschaft, gemeinsam etwas Größeres aufzubauen. Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Wir suchen keine Sammlung von Gesellschaften. Wir bauen eine gemeinsame Plattform. Und gute Plattformen leben davon, Exzellenz zu verbinden – nicht davon, sie zu nivellieren.

Auch innerhalb der Organisation verändert sich einiges. Mehrere Partner haben sich an der Holding beteiligt. Welche Bedeutung hat das?

Eine sehr große. Wir verbreitern damit das unternehmerische Fundament von enomyc. Partner übernehmen nicht nur Verantwortung für Mandate, sondern partizipieren unmittelbar am langfristigen Erfolg der gesamten Plattform. Aus operativer Verantwortung wird echte unternehmerische Beteiligung. Das schafft langfristige Orientierung, stärkt die Identifikation und macht die Plattform auch für zukünftige Partner attraktiv.

Martin Hammer, Uwe Köstens und Julia Hammer bleiben als Managing Partner zentrale unternehmerische Anker von enomyc. Martin Hammer und Uwe Köstens stehen als Gründer für Kontinuität; Julia Hammer verantwortet in ihrer Doppelrolle als Geschäftsführerin der enomyc GmbH und der enomyc Gruppenholding den Aufbau und die strategische Weiterentwicklung der Plattform.

Sie sind Mitglied der Geschäftsführung der enomyc GmbH und verantworten zugleich als Geschäftsführerin der enomyc Gruppenholding den Aufbau der Plattform. Wie definieren Sie diese Doppelrolle – und welche Ziele leiten Sie daraus ab?

Für mich ist das die konsequente Weiterentwicklung einer Vision, an der wir viele Jahre gearbeitet haben: eine Consultancy zu bauen, die fachlich stark, kulturell attraktiv und strategisch relevant genug ist, damit andere Spitzenkräfte und Unternehmen Teil dieser Entwicklung werden möchten.

Meine Aufgabe verändert sich damit deutlich. Bisher ging es vor allem darum, enomyc als Unternehmen weiterzuentwickeln. Jetzt geht es darum, aus Wachstum eine belastbare Plattformarchitektur zu machen: mit klarer Governance, gemeinsamen Qualitätsstandards, skalierbaren Prozessen, integrierbaren Strukturen und einer Kultur, die Unternehmertum stärkt und Teamgeist fördert.

Mein Fokus liegt darauf, Wachstum, Integration und Skalierbarkeit so zusammenzuführen, dass die Plattform stärker wird, ohne die Eigenschaften zu verlieren, die enomyc so erfolgreich gemacht haben. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber genau darin liegt die große Chance.

Wenn wir fünf Jahre in die Zukunft schauen: Woran werden Sie – und wir – erkennen, dass diese Wachstumsphase erfolgreich war?

Natürlich haben wir ambitionierte Wachstumsziele. Aber Erfolg definiert sich für mich nicht allein über Größe. Erfolg bedeutet, dass enomyc als erste Adresse für Transformation und Restrukturierung im gehobenen Mittelstand wahrgenommen wird – in Deutschland, Österreich und der Schweiz – perspektivisch auch in weiteren europäischen Märkten, in denen es einen deutlichen Bedarf an Restrukturierungs- und Transformationsservices gibt.

Erfolg bedeutet zudem, dass Kunden, Banken, Investoren, Unternehmer und Mitarbeitende sagen: Wenn eine anspruchsvolle Veränderungssituation ansteht, ist enomyc der richtige Partner – weil wir strategische Klarheit, finanzwirtschaftliche Sicherheit und operative Umsetzungskraft verbinden.

Und Erfolg bedeutet, dass wir eine Beratungsplattform geschaffen haben, die es in dieser Form heute so noch nicht gibt. Eine Plattform, die unternehmerisch geprägt, hoch spezialisiert in Restrukturierung und Transformation, skalierbar und international anschlussfähig ist.

Wenn uns das gelingt, wird die Partnerschaft mit Ufenau nicht als Beteiligung in Erinnerung bleiben – sondern als der Moment, in dem aus einer erfolgreichen Beratung eine neue Kategorie im Markt entstanden ist.

Frau Hammer, herzlichen Dank für das Gespräch.

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